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MINERALSTOFFE

sind im weitesten Sinne alle auf natürlichem Wege in der Erdkruste entstandenen anorganischen Stoffe. Die Aufnahme viele Mineralstoffe ist lebensnotwendig (essentiell). Man unterscheidet bei diesen essentiellen Mineralstoffen zwischen den Makroelementen, die in größeren Mengen aufgenommen werden müssen, und den Mikro- bzw. Spurenelementen, bei denen die Aufnahme sehr kleiner Mengen für den Erhalt der Gesundheit ausreichend ist. Mineralstoffe werden dem Organismus als Salze zugeführt.

Die bekanntesten Makroelemente unter den Mineralstoffen sind Calcium, Kalium, Natrium und Magnesium. Essentielle Spurenelemente für Mensch und Tier sind beispielsweise Eisen, Jod, Zink, Selen und Fluor.

Eine ausreichend hohe Zufuhr an Mineralstoffen mit der Nahrung und im Bedarfsfall ergänzend durch geeignete Mineralstoffpräparate ist für Gesundheit und Wohlbefinden unentbehrlich, insbesondere in Zeiten erhöhten Bedarfs.

CALCIUM - unentbehrlich für den Knochen

Gemäß den Empfehlungen der deutschen (DGE), österreichischen (ÖGE) und schweizerischen (SGE) Gesellschaft für Ernährung (D-A-CH-Werte) beträgt der tägliche Calciumbedarf:

Kinder (1-13 Jahre) 600-1.100 mg Calcium
Jugendliche (13-19 Jahre) 1.200 mg Calcium
Erwachsene, Schwangere, Stillende 1.000 mg Calcium
OsteoporosepatientInnen 1.500 mg Calcium

Calciumsalze geben unseren Knochen die nötige Festigkeit. Sie sind von zentraler Bedeutung für die mechanische Stabilität des Skelettsystems. Gleichzeitig ist das Skelettsystem aber auch ein Speicher für Calcium, der angegriffen wird, wenn Calcium infolge unzureichender Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt oder erhöhter Verluste über die Nieren vom Organismus benötigt wird. Der Grund dafür ist, dass der Serumcalciumspiegel wegen der großen physiologischen Bedeutung des Calciums in engen Grenzen reguliert werden muss, da Calcium maßgeblich an der Regulation zahlreicher Prozesse innerhalb und außerhalb der Zellen beteiligt ist. In ionisierter Form ist Calcium unter anderem wesentlich an der nervalen Erregungsbildung und -leitung, sowie an der Muskelkontraktion beteiligt. Verschiedene Enzyme (Eiweißkörper, die die Funktion von Biokatalysatoren im Organismus übernehmen) werden durch Calcium aktiviert. Des Weiteren ist Calcium an der Blutgerinnung und am Flüssigkeitstransport über Zellmembranen beteiligt.

Eine grundlegende Vorraussetzung für gesunde Knochen ist die lebenslange ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D. Ausreichend hohe Calciumzufuhr ermöglicht den Einbau von Calcium in das Skelettsystem, während in Mangelsituationen Calcium aus dem Skelettsystem mobilisiert wird. Eine chronische Unterversorgung äußert sich daher langfristig in einer Knochendemineralisation.

Weshalb werden Calcium und Vitamin D häufig kombiniert betrachtet?

Vitamin D3 wird durch den Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Auch mit der Nahrung kann dem Körper Vitamin D3 zugeführt werden - so galt z.B. Lebertran lange Zeit als wichtige Quelle für Vitamin D3. Allerdings sind die Nahrungsquellen von Vitamin D3 von quantitativ geringerer Bedeutung als die genannte photochemische Reaktion in der Haut, sodass mangelnde Sonneneinstrahlung zu Vitamin D-Mangelerscheinungen führen kann. Diese Tatsache ist vor allem im höheren Lebensalter von gesundheitlicher Relevanz.
Das Vitamin-D ist notwendig um den Bedarf des Organismus an Calcium sicherzustellen.

Mangelerscheinungen von Vitamin D äußern sich abhängig von der Zeit ihres Auftretens unterschiedlich.
Das klinische Bild der Rachitis (auftretend beim Säuglingen und Heranwachsenden) besteht in einer Störung des Längenwachstums des Knochens. Aufgrund der verminderten Mineralisierung entstehen Knochenverbiegungen bzw. -deformierungen.
Im Erwachsenenalter ist das klinische Bild des Vitamin D-Mangels sehr variabel. Es kommt zu Verstärkung von Osteoporose* bei entsprechender Disposition bis hin zur schweren klassischen Osteomalazie („Knochenerweichung") mit diffusen Knochenschmerzen, Gehstörungen infolge Muskelschwäche der Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur, sowie Knochendeformierungen.

* Unter Osteoporose versteht man einen Schwund an Knochengewebe durch Störung des Gleichgewichts zwischen Knochenneubildung und Knochenabbau, das zu verminderter Belastbarkeit und erhöhter Knochenbruchneigung führt"

MAGNESIUM - unentbehrlich für den Energiestoffwechsel

Aufgrund seiner großen chemischen Reaktionsfähigkeit kommt Magnesium in der Natur nicht in freiem, sondern nur in kationisch gebundenem Zustand vor (u.a. Carbonat, Silicat, Chlorid, Sulfat).
Wie Calcium ist Magnesium wichtig für den Aufbau der Knochensubstanz. Etwa 60-70% des Gesamtkörpermagnesiums sind im Skelettsystem gespeichert.
Eine zentrale Rolle im Stoffwechsel übernimmt Magnesium aufgrund der Tatsache, dass es die Aktivität von über 300 Enzymen reguliert. So ist z.B. der Energiestoffwechsel jeder einzelnen Körperzelle auf eine ausreichende Magnesiumversorgung angewiesen. Bedeutsam ist Magnesium unter anderem für die Nervenerregung und -leitung, sowie im Besonderen für den Stoffwechsel des Herzens und der Skelettmuskulatur.
Ungenügende Magnesiumzufuhr kann sich in Form von Ermüdung der Muskulatur bis hin zu Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen äußern. Insbesondere in Zusammenhang mit ausgeprägter körperlicher Aktivität können sich Zeichen einer Magnesiumunterversorgung in Form einer Neigung zu Muskelkrämpfen und einer allgemeinen reduzierten Belastbarkeit bzw. Regenerationsfähigkeit bemerkbar machen.
Magnesiumunterversorgung kann auch bei Menschen auftreten, die vergleichsweise wenig Sport betreiben, und zwar vor allem dann, wenn es durch verstärkte Diurese (Harnausscheidung) zu einer Magnesiumausschwemmung kommt.
Der Magnesiumgehalt des Leitungswassers ist regional sehr unterschiedlich und kann daher den tatsächlichen Magnesiumbedarf häufig nicht in adäquatem Ausmaß abdecken. In Fällen einer Magnesiumunterversorgung ist deshalb eine optimierte Ernährung und gegebenenfalls eine gezielte Substitution zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit ratsam.
Substitution von Magnesium bei nicht vorliegendem Magnesiummangel lässt hingegen keine weitere Leistungsverbesserung erwarten.

Magnesiumpräparate werden abhängig von Dosierung und Darreichungsform entweder als Nahrungsergänzungsmittel, als rezeptfreie apothekenpflichtige Arzneimittel oder als rezeptpflichtige Arzneimittel angeboten. Rezeptpflichtige Magnesiumpräparate haben insbesondere in der Kardiologie und in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe etablierte Anwednungsbereiche.

EISEN - unentbehrlich für den Sauerstofftransport

Ca. 65% des im Körper vorhandenen Eisens befindet sich im roten Blutfarbstoff Hämoglobin, dem die „roten Blutkörperchen" (Erythrozyten) ihren Namen verdanken. Das Eisen im Hämoglobin besitzt die Fähigkeit Sauerstoff reversibel zu binden und so an den Ort des Bedarfs in alle Gewebe des Körpers zu transportieren. Weiters ist Eisen als Bestandteil von Enzymen an verschiedenen Oxidations- und Reduktionsprozessen im Stoffwechsel beteiligt, sowie an jenen Elektronenübertragungsprozessen, die eine zentrale Rolle bei der Energiebereitstellung in den Zellen übernehmen.

Eisenmangel entsteht, wenn der Bedarf des Organismus durch die Zufuhr mit der Nahrung nicht gedeckt wird.
Ein erhöhter Bedarf an Eisen besteht z.B. in der Schwangerschaft, bei Säuglingen und Kleinkindern oder während des pubertären Wachstumsschubs.
Eisenverluste können Folge akuter oder chronischer Blutungen sein. Auch zu häufige oder zu stark ausgeprägte Menstruationsblutungen können Eisenmangel verursachen.
Unbemerkte Blutungen im Magen-Darm-Trakt, die mittels einfacher Stuhltests im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen nachgewiesen werden können und die genauer ärztlicher Abklärung bedürfen, werden nicht selten zuerst durch die Zeichen einer Eisenmangelanämie registriert.

Neben den allen Formen von Blutarmut gemeinsamen Symptomen - rasche Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Blässe - finden sich bei Eisenmangel häufig Zeichen wie trockene, rissige Haut, brüchige Nägel und Haare, sowie Mundwinkelrhagaden (spaltförmiger Einriss der Haut im Bereich der Mundwinkel).

Eisen ist in größerer Menge in rotem Fleisch und entsprechenden Fleischprodukten enthalten. Vegetarier haben nicht selten einen latenten Eisenmangel, da es nur bei sehr bewusster Nahrungszusammenstellung gelingt den Eisenbedarf ohne Fleischprodukte zu decken.